Meditation und wissenschaftliche Erkenntnisse

Aktualisiert: Juni 15

Meditation steigert die Gedächtnisleistung, fördert die Selbstkontrolle, stärkt das Immunsystem, hilft beim Abnehmen, baut Stress ab und kann sogar Hirnstrukturen verjüngen. Dies haben die folgenden wissenschaftlichen Studien herausgefunden.


Meditation steigert Selbstkontrolle

Die Wissenschaftler Malte Friese und Yves Schaffner von der Universität Basel sowie Claude Messner der Universität Bern untersuchten wie sich kurze Achtsamkeitsmeditationen auf die Selbstkontrolle auswirkten. Dabei zeigt die Studie zum einen den schädlichen Effekt der Unterdrückung der Emotionen und zum anderen, wie eine kurze Zeit der Achtsamkeitsmeditation diesem Effekt entgegenwirkt. Achtsamkeitsmeditation kann demnach als schnelle und effiziente Stragtegie zur Selbstkontrolle dienen.

Dies erklären sie sich dadurch, da Meditation das Selbstbewusstsein sowie das Gefühl von Entspannung stärkt.


Meditation verbessert Gedächtnisleistung

Die drei Wissenschaftler Dianna Quach, Kristen E. Jastrowski Mano und Kristi Alexander untersuchten den Einfluss von Meditation auf die Gedächtnisleistung. Dabei verglichen sie eine Gruppe, die Meditation praktizierte mit einer Gruppe, die Hatha Yoga praktizierte mit der Kontrollgruppe (keine Tätigkeit). 198 Jugendliche nahmen insgesamt vier Wochen zwei Mal pro Woche an den Kursen teil. Die Ergebnisse zeigten, dass die Gedächtnisleistung sich bei jenen, die meditierten verbesserte, wo hingegen sich bei der Hatha Yoga Gruppe und Kontrollgruppe keine Veränderungen festellen liessen. Dies lässt sich dadurch erklären, dass der Prozess der Meditation (Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit auf aktuelle Erfahrungen lenken) eng mit der Funktion des Arbeitsgedächtnisses zusammenhängt.


Meditation kann Stress abbauen

Wissenschaftler vom Georgetown University Medical Center haben herausgefunden, dass Meditation hilft Stress abzubauen. Die Probanden nahmen über acht Wochen entweder an einem Achtsamkeitskurs mit Meditation oder an einer Stress-Management-Ausbildung teil.

Vor Beginn und nach Beendigung der Kurse legten die Forscher den Teilnehmern Aufgaben vor, welche eine zuverlässige Stressbelastungen auslösten. Zu diesen Aufgaben gehörte beispielsweise ein Rede vor Publikum über einen Zeitraum von acht Minuten.

Dabei zeigte sich, dass Menschen, die gelernt hatten zu meditieren, weniger gestresst reagierten verglichen mit den anderen Probanden. Auch Messungen des Stresshormons ACTH im Blut fielen niedriger aus.


Meditation hilft beim Abnehmen

Wissenschaftlern der Universität Wageningen in den Niederlanden fanden heraus, dass Meditation beim Abnehmen hilft. Dafür beobachteten sie zwei Jahr lang 400 Meditierende. Sie alle erlernten in dieser Zeit durch eine Meditation ein echtes Hungergefühl von der ungezügelten Lust auf Essen zu unterscheiden, also zu erkennen was der Körper eigentlich in bestimmten Momenten wirklich braucht.

Durch Meditation wird die Umwelt ausgeblendet und die Selbstkontrolle deutlich gestärkt. Wer meditiert ist in der Lage auf seine Gefühle und körperlichen Bedürfnisse zu hören. Essen aus Frust oder Stress wird dadurch verhindert.


Meditation kann Gehirnstrukturen verjüngen

Die Neurowissenschaftlerin Sara Lazar vom Massachusetts General Hospital in Boston und der Harvard Medical School konnte 2015 als erstes beweisen, dass Meditation Veränderungen der Hirnstrukturen hervorrufen kann.

Sie fanden heraus, dass die Dicke der Hirnrinde bei den 40- bis 50-jährigen Meditationsteilnehmern ähnlich konzentriert wie bei den 20- bis 30-jährigen Meditierenden und der Kontrollgruppe war– und das obwohl sie mit dem Alter eigentlich immer weniger wird. Die Ergebnisse legen nahe, dass Meditation mit strukturellen Veränderungen in Bereichen des Gehirns verbunden sein kann, die für die sensorische, kognitive und emotionale Verarbeitung wichtig sind.


Meditation stärkt Immunsystem

Wissenschaftler versuchten herauszufinden, welchen Einfluss Meditation auf das Immunsystem hat. Dabei übten die 149 Teilnehmen 8 Wochen die Tätigkeit aus. Die Forscher massen unter anderem, wie häufig die Teilnehmenden in diesem Zeitraum krank waren. Dabei zeigte sich, dass jene, die die Meditation ausübten, die geringste Anzahl an Krankheitstagen vorwiesen. Ihr Immunsystem war stärker als jenes der Kontrollgruppe.


Quellen Studien:

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1053810012000104 (Selbstkontrolle)

https://www.jahonline.org/article/S1054-139X%2815%2900380-8/pdf (Gedächtnis)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1361002/ (Hirnrinde verjüngen)

https://academic.oup.com/jcr/article-abstract/42/5/783/1858328?redirectedFrom=fulltext (Abnehmen)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3392293/ (Immunsystem)

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165178116308472 (Stress)


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