Warum das Leben positiver ist, als wir es wahrnehmen

Stell dir vor, eines der ersten Tätigkeiten, die du am Morgen ausübst, ist es die Schlagzeilen des Tages auf deinem Handy, Ipad, PC oder in der Zeitung zu lesen. Diese Inhalte, die du da liest, setzen den Grundstein für deinen Tag.

Stell dir einmal vor die Zeitung ist voller positiver, inspirierender und aufbauender Headlines? Wie würdest du dich fühlen? Mit was für einem Gefühl würdest du in den Tag starten?

Stell dir nun das Gegenteil vor, die Zeitung ist voller negativer, grausamen und schlechten Nachrichten? Wie würdest du dich fühlen? Mit was für einem Gefühl würdest du in den Tag starten?


Die meisten Medien berichten vorwiegend negativ wie positiv, der Grund ist, dass negative Nachrichten mehr gelesen werden als positive. Negative Berichterstattung erweckt schneller unsere Aufmerksamkeit, dies ist evolutionstechnisch zu erklären: Denn wenn man früher eine schlechte Nachricht (Naturkatastrophe, Angriff, Dürreperiode etc.) verpasste, starb man in der Regel. Wir waren immer auf der Hut vor negativen Nachrichten, damit wir schnellstmöglich reagieren und sofort in den „Fight“ oder „Flight“ Modus schalten konnten, um uns vor Gefahren, die unser Leben bedrohten, zu schützen.

Wohingegen eine positive Nachricht nicht so einen grossen Einfluss auf unsere Überlebenschancen hatte.

Studien belegen auch heute noch, dass Menschen durch negative Berichterstattung stärker aktiviert werden, der Puls steigt und wir werden aufmerksamer.


Ein weiterer Grund für negative Schlagzeilen ist auch, dass in unserer fortschritt- und entwicklungsorientierten Gesellschaft, wir es als Rückschritt bewerten, wenn alles gleich bleibt oder es „mittelmässig“ anstatt „gut“ ist (Bsp. Die Kindersterblichkeit nahm um 10% ab). Da man alles immer irgendwie verbessern kann, ist Kritik aus dieser Perspektive besser als die Vorstellung, dass auch mal etwas gut laufen könnte (Bsp. Die Kindersterblichkeit nahm erst um 10% ab).


Das Problem ist jedoch: Die tendenziell negative Berichterstattung kann zu einer realitätsverzogenen Wahrnehmung und zu einer Fehleinschätzung der Realität der Leser führen. Dies beeinflusst auch die politische Meinungsbildung.

Zudem setzen wir dadurch den Fokus mehr auf das Negative und vergessen, dass es mindestens genau so viel Positives auf dieser Welt gibt, über das einfach kaum jemand spricht. Durch die vorherrschenden negativen Schlagzeilen, nehmen wir die Welt negativer wahr, als sie es tatsächlich ist. Um ein gesundes Leben für Körper, Geist und Seele zu führen und uns Weiterzuentwicklen, benötigen wir positiven Ansporn, positive Inputs und positive Gedanken.


Oft konsumieren wir unzählige Nachrichten, Infos und Inhalte und sind uns gar nicht wirklich bewusst mit was wir unser Hirn tagtäglich futtern. Achte einmal bewusst darauf, was du tagtäglich konsumierst und sei es dir wert dein Konsumverhalten zu ändern, wenn du merkst, es schadet deinem Gemütszustand, deinen Gedanken, Emotionen, deiner Gesundheit oder deinem Leben.


Wenn wir uns hauptsächlich auf das Negative fokussieren, fällt es uns schwer ein positives Leben zu führen. Um den Blick wieder etwas auf das Positive (das genau so vorhanden ist in der Welt wie das Negative) zu lenken, folgend ein paar Ereignisse, die sich in den letzten Jahrzehnt positiv entwickelt haben.


Dinge, die sich in der Welt verbessern:

Anteil der eingeschulten Mädchen im Grundschulalter nahm zu

Anteil der Menschen mit Wasser aus geschützten Quellen nahm zu

Anteil der Menschen, die das Internet nutzen, nahm zu

Anteil der Erdoberfläche, der als Nationalpark oder Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, nahm zu

Anteil der Erwachsenen mit Grundfertigkeiten im Lesen und Schreiben nahm zu

Weniger Kriegstote

Weniger Kinder, die vor dem 5. Lebensjahr sterben

Weniger Länder mit Todesstrafe

Weniger Katastrophentote pro Jahr

Weniger Tote bei Flugzeugabstürzen

Weniger unterernährte Menschen

Weniger neue HIV-Infektionen pro Jahr


(Nach dem Buch Factfulness von Hans Rosling)


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